Greenpeace fragt – wir antworten

Die Aachener Greenpeace-Gruppe hat sich mit Fragen zum Thema Umwelt an die Aachener Politik gewandt. Unsere Antworten sind im Umfang auf jeweils 270 Zeichen begrenzt:

1. Thema „Feinstaub und Mobilität“
Greenpeace fragte: Aachens Bürger sind durch hohe Feinstaubwerte wegen der vielen Autos einer starken gesundheitlichen Belastung ausgesetzt. Welche konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität wollen Sie bis wann umsetzen?

Antwort: Der gesamte Bereich innerhalb des Alleenrings ist darauf zu prüfen, wo zukünftig auf motorisierten Individualverkehr verzichtet werden kann. Der ÖPNV muss attraktiver gemacht und die Radwege weiter ausgebaut werden. Die Einführung einer Umweltzone scheint unausweichlich.

2. Thema „Transition Town“
Greenpeace fragte: Wie wollen Sie lokale Transition-Town-bezogene Bürgerprojekte wie Gemeinschaftsgärten, Tauschringe, Reparaturcafés fördern?

Antwort: Als Mitbegründer von Transition Town Aachen hat für mich die Gründung von Gemeinschaftsprojekten höchsten Stellenwert. Dazu gehören unsere beiden urbanen Gemeinschaftsgärten HirschGrün und vielfeld ebenso wie die Schenkbox und das Foodsharing in der Richardstraße.

3. Thema „Regionaler Ökolandbau“
Greenpeace fragte: Produkte aus dem regionalen Ökolandbau bieten vielfältige Vorteile (kleinerer CO2-Fußabdruck, unabhängige Versorgung etc.). Wie möchten Sie Projekte in diesem Bereich fördern?

Antwort: Projekte des regionalen Ökolandbaus verdienen größte Unterstützung u. a. durch Grünflächenangebote der Stadt! Mit der Solawi-Gruppe, die in Vaalserquartier solidarische Landwirtschaft auf Gut Wegscheid betreibt, haben wir ein hervorragendes Erfolgsmodell für Ökolandbau.

4. Thema „Erneuerbare Energien“
Greenpeace fragte: Welche Anreize möchten Sie setzen, damit Aachen zum Vorreiter für den Ausbau Erneuerbarer Energien (Strom, Wärme) und Einsparmaßnahmen wird?

Antwort: Wir brauchen den Ausbau erneuerbarer Energien auch vor Ort! Dazu muss keine unberührte Natur geopfert werden. An dem visionären (umsetzbaren!) Ziel einer energieautarken Kommune wird schon fleißig gearbeitet. Die vorhandenen Anreize sind auszubauen anstatt zu kürzen!

5. Thema „Gebäudeenergieeffizienz“
Greenpeace fragte: Die Energieeffizienz von Gebäuden ist ein wesentlicher Schritt zur Reduktion des Energieverbrauchs. Welche Anreize möchten Sie für Vermieter setzen, die Gebäude zu sanieren, und welche Auswirkungen wird dies auf die Mietpreise haben?

Antwort: Die Anreize zur Wärmeisolierung und zur Effizienzverbesserung von Heizungsanlagen sind mehr zu bewerben, aber auch verbesserungswürdig! Die in städtischem Besitz befindliche – quasi privatisierte – Gewoge ist in die Pflicht zu nehmen, mehr alten Hausbestand zu sanieren.

6. Frage an die OB-Kandidat/innen zur Kommunalwahl 2014:
Gemäß der Aachener Ratssitzung vom 03.07.2013 haben Sie beschlossen, gegen das Atomkraftwerk Tihange 2, welches durch seine Risse und Defekte in der innersten Stahlschicht des Reaktordruckbehälters für die Umwelt und auch ganz konkret auch für die Bürger der Stadt Aachen als gefährdend einzustufen ist, Proteste zu initiieren. Die erneute Abschaltung von Tihange 2 und Doel 3 ist bis Juni 2014 geplant, dann wird über eine neue Wiederinbetriebnahme dieser maroden und veralteten Atommeiler entschieden. Aachens Bürger sind durch Tihange gefährdet. Was gedenkt man in Aachen dazu künftig zu unternehmen, um eine endgültige Abschaltung zu erreichen?

Antwort: Der Protest ist auf vielfältige Weise mit langem Atem und auf allen Kanälen fortzusetzen. Das Ziel kann nur lauten, ein endgültiges Abschalten dieser höchst riskanten Technologie von vorgestern zu erreichen, mit dessen problematischen Folgen noch viele Generationen nach uns zu kämpfen haben. Hier ist auch weiterhin die Aachener Kommunalpolitik gefordert!

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