Massentierhaltung? Nein danke!

Frieden ist nur möglich ohne Hunger und ohne Ausbeutung.
In welcher Weise sind wir daran beteiligt, und was können und Schluss mit dem Profit auf Kosten der Tieremüssen wir selbst tun?
Ein Appell von Birgit Heitmann

Ohne zu wollen und zu wissen verursachen wir durch unseren Konsum Hunger in armen Ländern und grausamste Tierquälerei in Massentierhaltungen. Allein durch Änderung unseres Konsumverhaltens könnten wir diese weltweite zerstörerische Entwicklung stoppen und positiven Einfluss ausüben. Dann ginge es nicht nur den jetzigen armen Menschen und Tieren besser, sondern auch uns, weil wir global alle voneinander abhängig sind.

Nur aufgrund unseres Billigfleischkonsums begeht die Fleischindustrie weltweit die grausamsten Tierquälereien in Massentierhaltungen. Massentierhaltungen bedeutet größten Flächenverbrauch, Wasserverbrauch, Gülle-Bodenverseuchung und bewirkt Hunger und Armut bei anderen. Denn wenn auch nur ein Teil der Flächen, welche für Tierhaltung und Tierfutteranbau verbraucht werden, für menschlichen Nahrungsmittelanbau verwendet würde, gäbe es keinen Hunger in der Welt.

Billigfleisch führt zu immer mehr Verzehr und treibt die Produktion immer weiter an. Mittlerweile wird Fleisch überproduziert und weggeworfen. Es werden weltweit Wälder gerodet, Land vernichtet, Wasser verschwendet, Milliarden Tiere werden unter grausamsten Qualen gezüchtet und ohne Betäubung geschlachtet. Die Betreiber dieser Brutalitäten verhindern öffentliche Bilder, damit wir nichts sehen, nicht protestieren, sondern nur kaufen. Denn was wir nicht sehen, berührt uns nicht. Also müssen wir hinschauen, es uns ansehen, um endlich zu begreifen, welches Elend wir mit Fleischkonsum anrichten.

Informiert euch z. B. im Internet. Wir müssen dringend unser eigenes Tun kritisch hinterfragen. Dann fällt uns auch die Doppelmoral unserer Gesellschaft auf. Wir streicheln zuhause Hund und Kätzchen und regen uns auf über Pferdefleisch und Verbraucherskandale. Gleichzeitig essen wir Tiere, die vor Schmerzen schreiend auf brutalste Weise geschlachtet wurden, nachdem sie ein qualvoll eingequetschtes Leben im engen schmutzigen Stall, ohne Tageslicht, ohne Bewegungsmöglichkeit fristen mussten und am Ende ohne Betäubung niedergemetzelt wurden.

Deren Schreie hört ihr zuhause nicht, denn das Steak liegt ja ganz ruhig auf eurem Teller.

Schaut bitte über euren Tellerrand hinaus, informiert euch, hinterfragt eurer Konsumverhalten! Denn jeder, der an Fleischtheken kauft, ist mitschuldig. Teures Fleisch und BIO-Kennzeichnungen sind leider keine Garantie dafür, dass das Tier artgerecht und gut behandelt wurde. Überzeugt Euch persönlich bei Eurem Biobauern!

Milchproduktion passiert ebenfalls auf brutalste Weise. Den meisten Milchkühen geht es entsetzlich schlecht, sie werden ausgelaugt, brechen zusammen und sterben früh. Ihre Kinder wurden ihnen immer sofort abgenommen. Die Bilder von glücklichen Kühen sind Lüge. Wirklich gute Bio-Bauernhöfe sind nur kleine Ausnahmen.

Wegschauen ist zwar bequem, aber dumm, denn wir fügen uns allen Schaden zu, den Tieren und uns. Krankheit und Tod durch Bodenverseuchung und Umweltvergiftung, gehen zu unser aller Lasten. Zuerst machen wir unsere Tiere krank, dann machen sie uns krank, denn ihr Fleisch ist voller Medikamenten und Fett.

Schaut endlich hin! Seht Euch Videos im Internet an, schaut in einen Schlachthof! Wer das sieht, isst nie mehr Fleisch. Unser sogenanntes Schlachtvieh, also Schweine, Rinder usw. sind biologische Wesen wie wir, aus gleichem Fleisch mit gleichem Nervensystem. Sie fühlen gleiche Leiden, Ängste, Freuden, Mutter-Kind-Bindung und -Verlust, haben gleiche Schmerzen so wie wir.

Menschen verrohen durch ihren brutalen Umgang mit Tieren.
Und solange es Schlachthöfe gibt, wird es Schlachtfelder geben, sagte Leo Tolstoi. Warum lassen wir Menschen stillschweigend die Tierfolterungen in der Massenhaltung zu? Warum schreiten Politiker nicht ein? Die brauchten doch nur die Einhaltung des Gesetzes gegen Tierquälerei einzufordern und zu kontrollieren. Leider kümmern sich unsere Parteien nicht darum, auch nicht in Aachen. Alle Parteien kümmern sich nur um Stimmenfang mit populären Themen und um ihre eigenen Posten. Mitfühlend und sozial sind sie nicht, im Gegenteil, sie grillen auf ihren Parteifesten Billigfleisch.

Und was ist mit uns? Sind wir alle gleichgültig, ignorant, gefühllos? Die meisten von uns vielleicht nicht. Aber wir sind von Kindesbeinen an durch Erziehung und Gewohnheiten konditioniert worden. Wir hinterfragen nicht, blenden das Elend anderer aus, weil wir mit uns selbst beschäftigt sind. Wir kaufen ohne groß nachzudenken das, was in den Regalen und auf der Fleischtheke liegt, und glauben, es wäre ok. Dabei wird unser Verbraucherverhalten geschickt manipuliert von denen, die daran verdienen.

Die Lebensmittelindustrie – wie z. B. Monsanto – manipuliert nicht nur Lebensmittel, sondern auch uns. Sie verführt uns, macht uns süchtig und krank. Unsere Gesellschaft wird immer dicker und kränker. Und die Industrie fabriziert lieber breitere Möbel, anstatt gesündere Lebensmittel. Konzerne machen, was sie wollen, erhalten keine wirkungsvollen gesetzlichen Einschränkungen, ganz im Gegenteil. Unsere Politiker geben ihnen freie Bahn. Politiker und Konzerne stecken folglich auch hier unter einer Decke. Und immer geht es nur um die eigene Bereicherung, egal wie viel Schaden der Bevölkerung zugefügt wird. Und wir machen mit durch unseren gedankenlosen Konsum. Wie pervers ist das eigentlich?

Da werden Milliarden Land- und Wassertiere gezüchtet, gequält, sogar überproduziert, weggeworfen und dafür immer größere Mengen Wasser und Land vernichtet. Das alles, um einen Teil der Menschen ungesund und schlecht zu ernähren, während viele andere Menschen hungern müssen. Letztendlich sind wir alle Verlierer, und Politiker und Konzerne nur kurzfristige Gewinner.

Es wird höchste Zeit, dass wir als große Verbrauchermasse unsere Macht einsetzen und mit unserem Konsumverhalten endlich positiven Einfluss nehmen. Wir müssen unser Konsumverhalten überdenken und wieder selbst steuern. Jeder kann sich das notwendige Wissen aneignen. Z. B. sind im Internet alle Infos über Massentierhaltung, alternative Ernährungsmöglichkeiten, globale Zusammenhänge usw. (siehe Umweltinstitut München oder Albert-Schweitzer-Stiftung). Wunderbar auch die Reden von Erik Gottwald vor dem Schlachthof. Empfehlenswert ist das Buch „Artgerecht ist nur die Freiheit, eine Ethik für Tiere bzw. warum wir umdenken müssen“ und das Buch „Versteckte Dickmacher, wie die Lebensmittelindustrie uns verführt, süchtig und krank macht“.

Übrigens geht die Ernährungsumstellung ganz leicht und schnell, weil es so viele schmackhafte Alternativen gibt. Danach verspürt man gar keine Lust mehr auf Fleisch, höchstens Ekel. Außerdem ist Fleisch nicht notwendig zur Ernährung. Es ist für uns nachweislich schädlich u. a. auch wegen Medikamentenrückständen und zu viel Fett.

Der Mensch behauptet, ein höheres und intelligentes Wesen zu sein, aber zerstört überall die Natur und sich selbst. Beteiligt euch nicht länger an dieser Zerstörung!

“Der Fortschritt einer Nation ist daran zu messen, wie sie mit ihren Tieren umgeht.”
(Mahatma Gandhi, 1869 – 1948, indischer Rechtsanwalt, Widerstandskämpfer, Revolutionär, Publizist, Morallehrer, Asket und Pazifist)

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